Villa Menzer – viel Konsens und Klärungsbedarf nach Neckargemünder Gesprächen am 2.12.2018

Nach einer kurzen Einführung von Petra Groesser, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Neckargemünder Gemeinderat, zur Geschichte der Villa Menzer (Bau der Villa Menzer, Umbau 1947Lageplan und Garten) fing es kontrovers an: Claus Petschmann, Vorsitzender des Vereins „Villa Menzer. Haus für Soziales, Kunst und Kultur“ stellte ein Nutzungskonzept vor: Vielfältiges bürgerschaftliches Engagement solle in der Villa Platz finden: von Austellungen über Vereinsaktivitäten, von Kulturveranstaltungen bis zu den Neckargemünder Gesprächen (die derzeit im Jakobssalon gut stattfinden können, aber wer weiß, wie viele wir über die Zeit noch werden). Die Villa solle ein Ort der Identifikation für die Bürger*innen werden. Sie sei ideal gelegen und biete über 400 m2 Platz, – dazu kämen zwei große Kellergeschosse, insgesamt stünden 600 m2 zur Verfügung. Das bürgerschaftliche Engagement solle wieder durch ein Trauzimmer ergänzt werden – heute fänden in Neckargemünd nur noch 60 Trauungen jährlich statt gegenüber 120 zu Zeiten der Villa. Der Verein sei auch bereit, zu versuchen Spendengelder aufzubringen.

Thomas Schmitz, Stadtrat der Grünen, zeigte sich einverstanden, dass der Stadt ein Bürgerzentrum fehle – die Villa Menzer hielt er jedoch für wenig geeignet. Hauptsächlich, weil der Investitionsbedarf immens sei, mindestens 1,5 Mio müssten investiert werden. Er liebäugelt mit der Vorstellung eines Gründerzentrums in der Villa. Gesucht werden solle als Pächter ein Unternehmer, der die Räume vermarktet und an junge Start ups verpachtet. Der Pächter solle dabei Teil der nötigen Kosten übernehmen. Die Stadt als Vermieter müsse für Grundbedingungen und insbesondere für ein sehr schnelles Internet sorgen. Neben der Frage der Kosten sprach Thomas Schmitz die unbedingt erforderliche Barrierefreiheit in einem solchen Gebäude an.

In der Diskussion wurden die Argumente abgewogen und vertieft. Unisono war man der Meinung, es sei unverantwortlich, 1/2 Mio Euro in die Außensanierung zu stecken ohne konzentriert ein Nutzungskonzept zu verfolgen. Die Verwaltung – so mehrere Äußerungen – verfolge nicht stringent Ziele mit der Villa, daher brauche es Druck von außen. Einig waren sich die etwa 25 Besucher*innen auch darin, dass Neckargemünd ein Bürgerzentrum brauche: Diejenigen Gebäude, die Platz bieten, etwa Prinz Carl oder die Schule sind nicht zugänglich oder wie die Griechische Weinstube ganz geschlossen. Es reiche nicht, mal hier einen kleinen Raum und dort ein Räumchen zu haben. Deutlich spürbar war der Wunsch, gerade mit der Villa Menzer einen Ort zu haben, der auch „die Seele anspricht“.

Fragen blieben allerdings offen, was die Villa Menzer betraf: Unbedingt gefordert wurde eine Standortanalyse – es solle einerseits seriös untersucht werden, ob und wie ein Bürgerzentrum machbar sei. Andererseits sei bisher nicht klar, ob ein Gründerzentrum realistisch wäre, ob Start ups nach Neckargemünd ziehen würden. Geklärt werden müsse, welche Kosten jeweils auf die Stadt zukämen,  ob und zu welchen Kosten der Keller trocken gelegt werden könne, wie die Barrierefreiheit realisiert werden könne. Aber, so Felix Konrad, Architekt aus Neckargemünd, während der Analysephase solle nicht „zugewartet“ werden, sondern die Nutzung der Villa weiter verfolgt und ausgebaut werden.

Es ist also Einiges zu tun: Der Verein hat Gespräche mit den Fraktionen vor, auch die Grünen werden sich eine Position bilden – Fraktion und OV gemeinsam – und diese konsequent verfolgen!

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