Neckargemünder Grüne positionieren sich
Bei einer eigens angesetzten Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag in der Menzervilla sprachen sich die anwesenden Mitglieder einstimmig für eine Zustimmung beim Bürgerentscheid zum Windprojekt auf dem Lammerskopf aus.

Vorstand Peter Kania hatte am Beginn des Abends die Tagesordnung vorgestellt: Nach drei Impulsvorträgen zum Thema sollten die Anwesenden das Wort in einer Aussprache bekommen, bevor ihr Votum zu zwei Punkten eingeholt würde: Stehen die örtlichen Grünen für ein Ja bei der Abstimmung am 12. Juli? Und soll das grüne Logo Materialien, in denen dafür geworben wird, zieren?
Den Anfang mit den Vorträgen machte Kreisrat Stefan Geißler, der über die Grundlagen des Projekts referierte, um alle auf denselben Stand zu bringen (Vortragsfolien): Die Erneuerbaren Energien seien aus mehreren Perspektiven der entscheidende Schlüssel für die Krisen unserer Zeit: Sie helfen die Abhängigkeit von fernen unsicheren Lieferländern zu reduzieren, sie seien für den Klimaschutz unverzichtbar und würden außerdem die lokale Wertschöpfung stärken und brächten Jobs und Einnahmen für klamme Gemeindekassen. Leider aber sei diese Botschaft gerade hier in der Region noch kaum angekommen, denn bei der Umsetzung der Energiewende sei gerade unsere Gegend unter den Nachzüglern im Land: Kaum ein Landkreis habe sich bislang bei dem Thema so wenig geöffnet wie der Rhein-Neckar-Kreis, in dem nach wie vor nicht ein einziges Windrad in Betrieb sei. Alleine mit dem einen für Neckargemünd geplanten Windrad könnte ein Großteil des Strombedarfs der Stadt sauber und günstig abgedeckt werden.
MdL Hermino Katzenstein beschrieb den Sachstand zum anstehenden Bürgerentscheid: Einstimmig habe sich der Gemeinderat dazu entschlossen, für diese Entscheidung die Bürgerinnen und Bürger zu befragen. Moderiert vom Forum Energiedialog Baden-Württemberg würden nun Informationsmaterialen der Stadt vorbereitet und Info-Abende angesetzt. Thomas Hirsch und Walter Gilbert vom Klimaschutzbeirat Neckargemünd informierten die Anwesenden über die Einschätzung, die Ihr Gremium zum Thema erarbeitet hatte: Ein Windprojekt am geplanten Standort könne über die Laufzeit mehr als das hundertfache an Emissionen einsparen, als durch nötige Fläche von ca. 1 Hektar Wald ansonsten an CO2 gebunden seien.
In der langen Aussprache wurden vielfältige Aspekte von Windenergie sowie Details des anstehenden Entscheids diskutiert. Möglichkeiten der Beteiligung an den federführenden Bürgerenergiegenossenschaften interessierten hier ebenso wie die konkrete Unterstützung der begonnenen Pro-Kampagne der Bürgerinitiative Odenwatt (www.odenwatt.de).
Zum Ende des Abends konnte Vorstand Peter Kania das einstimmige Votum der Anwesenden zu den eingangs erwähnten beiden Fragen verkünden. Zum Abschluss der Versammlung wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, am 9.5., 16.5., 13.6. und 27.6. jeweils um 15:00 Uhr am Wanderparkplatz „Kreuzschlag“ oberhalb von Grein an einer Exkursion zum Windpark Greiner Eck teilzunehmen, bei dem man vor dem Votum beim Bürgerentscheid die Möglichkeit habe, ein solches Projekt einmal aus der Nähe zu besichtigen und Fragen an Fachleute zu stellen.