Wahlkrimi bei der Landtagswahl sieht am Ende Bündnis 90 / Die Grünen auf Platz 1
Was für ein Wahlabend! Nach einer furiosen Aufholjagd in den letzten Wochen hat Bündnis 90 / Die Grünen die Landtagswahl am 8.3. mit 30,2% gewonnen. Dicht dahinter die CDU mit 29,7%, die SPD fährt ein historisch schlechtes Ergebnis ein, Linke und FDP scheitern an der 5%-Hürde. Die in Teilen rechtsextreme AfD bleibt hinter ihren Erwartungen zurück und landet bei 18,8% (https://www.landtagswahl-bw.de/ergebnisse-2026).
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir wird damit aller Voraussicht nach die bisherige grün-schwarze Koalition fortsetzen können und Ministerpräsident werden. Cem hatte mit einem klaren Mittekurs weit über grüne Kreise hinaus überzeugt und lag bei den persönlichen Noten weit vor seinem Mitbewerber Manuel Hagel.
Während die Bekanntgabe des landesweiten Ergebnisses in der TV-Berichterstattung Augenblicke nach der Schließung der Wahllokale für ohrenbetäubenden Jubel sorgte, musste der lokale Bewerber, Hermino Katzenstein noch einige Momente bangen, ob es auch für ihn für eine Fortsetzung seiner Tätigkeit in Stuttgart reichen würde. Doch auch hier konnte im Verlauf des Abends Entwarnung gegeben werden: Auch für Hermino wurde der Abend zu einem Erfolg.
Beide Ziele erreicht: Cem wird MP und Hermino ist wiedergewählt, dazu noch ein lokales AfD-Ergebnis, das mit 11,8% weit unter dem Landesschnitt blieb: Lange lagen sich die Besucherinnen und Besucher der Wahlparty im Grünen Büro im Pflughof in den Armen und feierten dieses in dieser Deutlichkeit für viele unerwartete Ergebnis. Grün kann in BW weitermachen an der Spitze der Regierung, für viele Menschen stellte Grün mit Cem an der Spitze die überzeugende Antwort auf die Aufgaben der nächsten Jahre dar. Mit dem „anatolischen Schwaben“ aus Bad Urach Cem Özdemir wird zum ersten Mal ein Kandidat mit Migrationshintergrund Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes.
An einem solchen Abend musste anschließend vielen gedankt werden: Hermino wurde für seinen überaus engagierten Wahlkampf gedankt, bei dem er über Wochen an unzähligen Türen geklingelt und Präsenz im ganzen Wahlkreis gezeigt hatte. Jürgen und Jeanne Sporys wurde stellvertretend für viele Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer gedankt, denn die beiden hatten beim Verteilen der Grünen Wahlkampfzeitung in den Tagen vor der Wahl geschätzte 70km im Stadtgebiet zurückgelegt. Der Einsatz hat sich gelohnt.